Sortieren für das Sachbuch

Zum ersten Mal im Leben ein Sachbuch zu schreiben ist eine ganz schön große Hausnummer. Die ersten Tage hatte ich damit zu kämpfen, wie es mir gelingt, die wertvollen Interviews die ich mit Geschäftsführern, Personalentwicklern, Social Media Experten und Anderen geführt habe, in Text zu verwandeln. So eine Transkription ist wahrlich nicht einfach, wenn man das noch nie gemacht hat. Inzwischen habe ich einen Modus gefunden, der mich nicht mehr an den Rand der Verzweiflung bringt, sondern richtig Freude macht. Nicht am Rechner sondern mit handschriftlichen Notizen.

Und dann ist da die unglaubliche Fülle an Informationen für dieses Sachbuch, die ich verarbeiten und in einer flüssigen Form präsentieren möchte. Neben den Interviews möchte ich die Quintessenz aus spannender Fachliteratur verarbeiten, die einen Mehrwert zu meinem Thema liefern.  Und nicht zuletzt meine eigenen Erfahrungen, die ich als Trainerin und Projektleiterin sammeln konnte.

Herrjeh! Fühlt sich an, als stünde ich in einem riesigen, unüberschaubaren Wald und finde den Weg nicht mehr. Zum Glück kam mir die Erinnerung, wie ich mich als Projektleiterin zu Beginn eines Demographieprojektes gefühlt habe. Wir haben das Projekt nach dem Six Sigma Zyklus DMAIC durchgeführt.

D = Define
M = Measure
A = Analyze
I = Improve
C = Control

Nachdem die Definitionsphase abgeschlossen war, kam die Messphase an die Reihe. In einem Demographieprojekt bedeutet das, Personaldaten in großem Stil zu erheben und nach allen möglichen Kriterien auszuwerten. Kreuz und quer, rauf und runter, Excel-Tabellen über Excel-Tabellen, Datenreihen über Datenreihen. Wie sollten wir in dieser Fülle nur jemals einen roten Faden finden? Und siehe da, wir haben ihn gefunden. Unsere Projektergebnisse waren letztlich so interessant, dass eine Delegation des Bayerischen Arbeitsministeriums in den Betrieb gekommen ist, um sich von den Maßnahmen, die wir aus unseren Ergebnissen abgeleitet haben, einen persönlichen Eindruck zu machen.

Heute beruhigt mich diese Erfahrung für das Projekt „Sachbuch“. Denn die Phase, in der ich mich mit meinem Buchprojekt befinde, ähnelt sehr dieser Messphase. Ich jongliere interessante Informationen hin und her, werte aus, begutachte, selektiere, verwerfe und entwickle, was relevant sein könnte und was nicht. Dass sich das noch nicht nach einem durchgängigen, roten Faden anfühlen kann, akzeptiere ich jetzt und nehme ein wenig gelassener hin, dass ich langsamer vorankomme, als ich gedacht hätte. Ich vertraue darauf, dass es mir gelingt, in diesem Wald Trampelpfade anzulegen, die gut begehbar sind, und das kostet halt seine Zeit.

rk