Fail fast – fail slow… Adieu Buchprojekt, oder: Wie es ist, langsam von einem toten Pferd abzusteigen

Alle reden von fail fast. Doch manchmal geht es nicht schnell! Manchmal braucht die Erkenntnis, dass man „gescheitert“ ist ihre Zeit. Mit iterativen Methoden versucht man, einem sich lang hinauszögernden Scheitern vorzubeugen. Doch, kann langsames Scheitern auch Vorteile bringen? Ich selbst stehe gerade an dem Punkt ein großes Projekt ohne den gewünschten Erfolg zum Abschluss zu bringen. Wäre fail fast tatsächlich möglich oder hilfreich gewesen? Hier das Resümee zu meiner Lernreise:

Vor zweieinhalb Jahren fing meine Lernreise an, enthusiastisch, voller Elan: Heureka, ich schreibe ein Buch! Unter dem Arbeitstitel „Dialog der Generationen“ ging es munter los. Ich habe zahlreiche Interviews geführt, bin in andere Städte gereist um meine Gesprächspartner zum demographischen Wandel und der Zusammenarbeit von Jung und Alt zu treffen. Ich war auf dem Literaturcamp in Heidelberg und der Frankfurter Buchmesse. Etliche Bücher über Generationen und Lernverhalten habe ich zur Recherche gewälzt, viele Veranstaltungen besucht und zahlreiche Webseiten durchstöbert. Und nun habe ich die Entscheidung getroffen unter das Format „Buch“ einen Schlussstrich zu ziehen. Fail slow: Ich beende mein Buchprojekt und steige vom Pferd ab, das sich schon lange nicht mehr freiwillig bewegen mag. – Puh! Was für eine harte Entscheidung. Wo ich doch schon so viel Zeit und Geld investiert habe. Doch lieber jetzt absteigen, als das tote Pferd noch länger zu beatmen.

Renteneintritt, Demographischer Wandel

Kaum hatte ich begonnen an meinem Buch zu schreiben, bekam mein Vater einen Schlaganfall. Die Pflegebedürftigkeit meiner Mutter kam nur wenige Monate später hinzu. Dies alles in einer Phase, als ich gerade seit ein paar Monaten den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hatte. Durch einen Großauftrag zur Reduzierung von Belastungen am Arbeitsplatz in einem Hochtechnologie-Unternehmen war ich gesegnet mit einer gigantischen Auftragslage. Doch ich wusste, dass dieser zeitintensive Großauftrag ein End-Datum hat. Also hieß es, parallel alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Nachfolgegeschäft an Land zu ziehen. – Ich habe es versucht, bei alledem mein Buchprojekt zum Erfolg zu führen. Es hat nicht funktioniert.

Fail fast wäre schön gewesen…
Die Transformation

Fail fast fühlt sich sicherlich anders an. Bei mir war es definitiv ein fail slow. Doch meine Entscheidung jetzt ist kein Aufgeben, kein „Vernichten“ des gesammelten Materials. Es ist eine Transformation. Ich habe mich für eine neue Form entschieden, die in meiner aktuellen Situation wahrscheinlich besser funktionieren wird. Ich bin auf meiner Lernreise an einer neuen Station angekommen und werde bloggen. Das Material ist da. Ich werde es nutzen – nur anders.

Auch wenn ich jetzt diese unbequeme Entscheidung treffe, wurde ich dennoch durch die Arbeit an diesem Buch reich beschenkt. Ich durfte so wertvolle Erfahrungen sammeln, die ich nun in kleinen Häppchen per Blogartikel mit interessierten Lesern teilen werde.

Durch fail fast hätte ich viele wertvolle Erfahrungen auf meiner Lernreise verpasst

Da war gleich ganz zu Anfang das Gespräch mit Hannes Hoch von Misterjobs.TV. Neben den interessanten Einblicken, die er mir zum Azubi-Recruiting gegeben hat, machte er mich unter anderem mit dem Jugendforscher Simon Schnetzer bekannt. Als ich Simon Schnetzer in der Kemptener Gründervilla besuchen durfte, berichtete dieser mir von Barcamps. Einem Konferenzformat, von dem ich zuvor noch nichts gehört hatte. Neugierig besuchte ich alsbald mein erstes Barcamp. Dort lernte ich Erik kennen, man findet ihn auf Twitter unter dem Namen @derExperte. Seit ich seinen kleinen Twitter-Lehrgang besucht habe, nutze ich Twitter. Bei meinem zweiten Barcamp lernte ich Christian de Vries kennen, einen Kommunikationsmanager, der mich dabei unterstützte, diesen Blog ins Leben zu rufen. Zusätzlich öffnete auch er mir sein Adressbuch und machte mich mit einigen meiner Interviewpartner bekannt. So lernte ich Barbara Schmidt und Sabine Kluge kennen und durch die beiden das Format Working out Loud. Unter dem Hashtag #WOL ist viel im Netz darüber zu finden, wie sich Menschen in kleinen Runden (Circles) zusammenfinden um in einem zwölfwöchigen Programm an persönlichen Zielen zu arbeiten. Über Working out loud stieß ich auf Rainer Bartl, der in München die Wissensmanagement-Community organisiert und WOL-Meetups ins Leben ruft.

Working out Loud von John Stepper, Lernreise

Anfang 2019 war es dann für mich so weit, zum ersten Mal an einem Working out Loud Circle Teilzunehmen. – Silke Westphal, die Initiatorin dieses Circles hatte ich auf einer Veranstaltung von Rainer Bartl kennen gelernt. Mein persönliches Ziel für das 12 Wochen Programm lautete: „Erkennbar mit meinem Buch voran kommen“. Immerhin habe ich ein Leseprobe mit Manuskript bei zwei sehr renommierten Verlagen eingereicht. Und da ich dank #WOL jetzt wusste, wie man sehr konkret, persönlich und verbindlich Kontakt aufnehmen kann, bekam ich von beiden Verlagen sehr zeitnah ein differenziertes Feedback. – Leider ist es nicht so ausgefallen, wie man sich das als angehende Autorin wünschen würde. Diese Rückmeldungen und noch weitere Recherchen, die ich parallel betrieben habe, tragen dazu bei, jetzt diese Entscheidung zu treffen.

Welcher Autor hat schon das Glück, gleich bei einem der ersten Verlage auf offene Ohren zu stoßen?

Und es sind nicht nur diese Feedbacks. Denn ganz ehrlich: Welcher Autor hat schon das Glück, gleich bei einem der ersten Verlage auf offene Ohren zu stoßen? Es ist auch die Tatsache, dass ich einfach nicht voran komme. Und will ich es jetzt noch mal wagen? Noch ein wenig am Konzept feilen? Die Feedbacks in mein Manuskript einfließen lassen und neue Antritte bei weiteren Verlagen machen? Nein! Ich will es nicht! Dazu lief das eigentliche Schreiben bisher zu sperrig. Ja, ich kann kurze Texte verfassen. Ja, ich kann kleine Artikel lesbar und ansprechend schreiben. Doch die Komplexität und die Struktur eines Buches überfordern mich im Augenblick. In den zweieinhalb Jahren meiner Lernreise habe ich gut genug gelernt, mein Vermögen in dieser Hinsicht einzuschätzen.

Buch schreiben auf der Dachterrasse auf der Insel Fuerteventura. Fail slow - Fail fast

Die Lernreise, die mir mein Buchprojekt „Dialog der Generationen“ beschert hat, möchte ich nicht missen. Und wie gesagt, die Blogartikel werden folgen. Häppchenweise. Einer nach dem Anderen. Fail fast hätte Manches für mich einfacher gemacht. Aber auch so wertvoll und spannend? Und so blicke ich dankbar auf eine lehrreiche Zeit zurück, akzeptiere mein persönliches fail slow, nehme den Sattel vom Pferd und freue mich auf eine neue Ära mit neuen Erfahrungen.

rk

Alte Hasen und neue Tools – Ältere Mitarbeiter für Digitalisierung begeistern

Unter dem Titel „Alte Hasen und neue Tools – Ältere Mitarbeiter für Digitalisierung begeistern“ fand meine Session auf dem Barcamp für Digitalisierung der Stadt München, #MucGov19, statt.

Ältere Mitarbeiter für Digitalisierung begeistern; Rosemarie Konirsch

Ältere und Digitalisierung –
Wie sich zeigte, muss das Thema nicht zwangsläufig polarisieren.

Beim Barcamp für Digitalisierung in Augsburg löste das Thema eine hitzige Diskussion aus. Gesittet und ruhig ging es dagegen in München zu. Wir diskutierten in munterer Runde die Unterschiede der Generationen zu den Herausforderungen der Digitalisierung. Die Älteren sind dabei nicht unbedingt die schwächeren Mitarbeiter. In ihrer Gruppe gibt es große Unterschiede, wie schnell und gerne sie sich mit neuer Digitaltechnologie anfreunden. Gerade Ältere, die schon lange die gleichen Aufgaben erledigen, erleben solche Veränderungen zuweilen als willkommene Abwechslung.

Generell ist es für Menschen keine Selbstverständlichkeit, leicht mit Veränderungen klar zu kommen. Doch je älter wir werden, desto mehr Gewohnheiten haben sich in unserem Verhalten eingeschliffen. Daher hilft es, wenn die Gestalter von Veränderungs- und Digitalisierungsprozessen ein paar Dinge beachten, die es den Menschen leichter machen, alte Gewohnheiten abzulegen und neue an den Tag zu legen.

Lernpatenschaften, Lerntandems und Netzwerke sind Möglichkeiten, sich mit neuen Tools vertraut zu machen. Es braucht nicht immer den „allwissenden“ Lehrer. Auch fittere Kollegen können in die Rolle schlüpfen und andere in ihrem Umfeld unterstützen. Wichtig ist: Sie sollten darauf achten, ihr Tempo und die Vermittlungsmethoden so anzupassen, dass die Kollegen tatsächlich profitieren.

Alte Hasen und neue Tools; Wie es gelingt, ältere Mitarbeiter für Digitalisierung zu begeistern, Babyboomer,

Digitalisierung braucht Vertrauen

Nur in vertrauensvoller Atmosphäre geben Menschen zu, wenn sie mit neuen Arbeitsweisen nicht klar kommen. Doch nur durch das Eingestehen dieser Schwächen wird es möglich, passende Hilfe zu geben. Führungskräfte und Wissensvermittler sollten darauf achten, dass es Raum dafür gibt, offen über Unsicherheiten zu sprechen. Auf dieser Basis kann es zur Normalität werden, dass Fragen gestellt werden. Herausfordernd ist es dabei, die stilleren Typen hervorzulocken, so dass auch diese sich mit ihren Fragen und Ängsten Gehör verschaffen. Nach meiner Erfahrung ist es hilfreich für diese Kollegen Methoden anzubieten, die ihnen Raum lassen, in Ruhe ihre Gedanken zu formulieren. Brainstormings in großer Runde sind dann kontraproduktiv. Man sollte eher zu „leisen“, schriftlichen Methoden greifen, die maximal in Kleingruppen stattfinden.

Veränderung den Menschen nahe zu bringen muss Teil der Arbeit sein

In der idealen Welt sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, den Menschen den Sinn und Nutzen von Veränderungen nahe zu bringen. Führungskräfte brauchen Freiräume, damit ihnen das gelingen kann. Nicht umsonst ist die rege und stetige Kommunikation in Teams, die mit agilen Methoden arbeiten, das A und O der Zusammenarbeit. Agiles Arbeiten ist geprägt von stetigem Wandel, eingebettet in klare Regeln. Stetiger Wandel erfordert stetige Kommunikation. Change braucht Austausch und Klarheit. Und das gelingt nur, wenn man darüber spricht. Wenn Entscheider informieren und Mitarbeiter die Chance haben, so oft und so lange nachzufragen, bis sie wirklich verstehen.

Weitere Hinweise, wie es gelingt, ältere Mitarbeiter für Digitalisierung zu begeistern; Babyboomer

Digitalisierung und Fahrradfahren lernen

Wie ist es Ihnen gelungen, sicher mit dem Rad zu fahren? Sie haben geübt, geübt und geübt. Niemand hat erwartet, dass Sie diesen Balanceakt auf anhieb beherrschen. Ihre Digital Natives sind durch ihre digitale Übung wahrscheinlich etwas schneller mit neuen Tools vertraut. Geben Sie ihren alten Hasen Zeit und Gelegenheit zum Üben, Üben und Üben.

Und wenn dabei Quick Wins, also schnelle Erfolge möglich sind, ist das wunderbar.

Für dieses Üben ist es erforderlich, Schulungsmaßnahmen „mundgerecht“ anzupassen. Maßnahmen per Gießkanne sind gefährlich. Die Erfahrenen langweilen sich. Die Unerfahrenen sind überfordert. Bieten Sie nach Möglichkeit modulare Lernhäppchen für unterschiedliche Kenntnisstände und Lerngeschwindigkeiten an.

Wenn es gute Vorbilder im Unternehmen gibt, die sich selbst regelmäßig weiter entwickeln und den Mitarbeitern die Möglichkeit zu kontinuierlichem Lernen ermöglichen, sollte Digitalisierung und die Einführung von neuen Tools für alle Generationen optimal laufen.

rk

Pflegebedürftige Angehörige

Willkommen im Club… Seit einer Weile gehöre auch ich zu den Menschen, die in der Zange der Doppelbelastung durch Beruf und pflegebedürftige Angehörige stecken.

Eigentlich hatte ich mich im Jahr 2018 auf das Motto „Willkommen im Club“ gefreut, denn im Sommer steht mein fünfzigster Geburtstag an und eine schöne Feier ist geplant um gebührend in den Club der fünfzigjährigen einzutreten. Doch nun bin ich auch Mitglied im Club derjenigen geworden, die einen Großteil ihrer Freizeit investieren müssen, um Dinge wie Kurzzeitpflege, häusliche Pflege, Arzttermine, Rezepte und Verordnungen, Pflegegradeinstufungen und Umbauten in der Wohnung zu organisieren. Meine beiden Eltern hat es mit diesen Entwicklungen relativ zeitgleich „erwischt“. Schon lange hatte ich nicht mehr so viele schlaflose Nächte, wie in letzter Zeit.

Inzwischen bin ich recht versiert darin, den Rollator ins Auto und aus dem Auto wieder raus zu hieven. Da ich selbst (leider) keine Kinder habe, kann ich nun ein wenig nachvollziehen, wie es frischgebackenen Eltern wohl mit ihren Kinderwägen gehen mag. Und was es bedeutet, für andere Menschen, die einem nahe stehen, mit zu organisieren und mit zu denken.

Die letzte Lebensphase ist eine harte Zeit. Doch wir rücken gerade näher zusammen. Seit meiner Kindheit hatte ich nicht mehr so einen engen Kontakt und so ein enges Verhältnis zu meinen Eltern wie jetzt. Doch es macht mich traurig zu erleben, wie hart sie sich in manchen Momenten tun. Es ist schwer, nur begrenzt da sein zu können, nur begrenzt helfen zu können. Und zeitgleich ist da das Bedürfnis, selbst auch ein Leben – ein schönes Leben – zu haben.

Viele der Babyboomer stehen gerade vor diesen Herausforderungen. Ich selbst bin im Jahr 1968 geboren, am Ende der geburtenstarken Jahrgänge. Ich verstehe mich bereits als Generation X, auch Generation Golf genannt. Viele aus meiner Jugendclique, die sich heute noch regelmäßig treffen, fuhren als erstes Auto einen Golf. Es ist was anderes, ob man nur über so ein Thema wie die Doppelbelastung durch pflegebedürftige Angehörige liest, darüber schreibt, oder wenn man selbst mitten drin steckt. Alle Emotionen, alle Herausforderungen treffen einen unerwartet, in wechselnder Heftigkeit und man hat nur wenig Kontrolle über das was geschieht.

Kann man in so einer Zeit, neben der Moderation von vielen Workshops und Seminaren noch ein Buch schreiben? Es ist schwer ins Stocken geraten in den letzten Monaten. Zum Glück ist seit einer Weile nun die Betreuung meiner Eltern durch den Pflegedienst und hilfsbereite Nachbarn gut eingespielt. Doch wenn zwei Menschen, die beide auf den Rollator angewiesen sind und im zweiten Stock ohne Fahrstuhl leben, ist klar, dass es ohne zusätzliche Unterstützung einfach nicht geht. Heute habe ich es nach vielen Wochen endlich wieder mal geschafft, ein paar Zeilen an meinem Buch zu schreiben. Wie viel Zeit ich in nächster Zeit finden werde, steht und fällt völlig damit, wie intensiv mich meine Eltern in nächster Zeit brauchen werden. Wie viel das sein wird, kann sich von einer Mintue auf die andere ändern.

Letztlich darf sich jeder von uns fragen, was in der eigenen Lebensbilanz einmal zählen wird. Wenn es mit meinem eigenen Leben einst zu Ende gehen wird, wird es nicht zählen, ob ich mein Buch im Jahr 2018, 2019 oder überhaupt jemals veröffentlicht habe. Aber es wird zählen, ob ich für meine Eltern da war, als sie mich wirklich gebraucht haben. Es wird zählen, dass ich meine Eltern liebe und mich für sie einsetze, so gut ich kann. Mein Buch kann zur Not warten. Meine Eltern können es nicht.

rk

Älter werden erleben im Alterssimulationsanzug

Der demographische Wandel bringt es mit sich, dass unsere Bevölkerung zunehmend altert. Schlüpft man in einen Alterssimulationsanzug, kann man auch als jüngerer Mensch erleben, wie sich ältere Menschen fühlen. Ich habe beobachtet, dass es für jüngere Führungskräfte eine sehr wertvolle Erfahrung ist hineinzspüren, wie sich die Arbeit anfühlt, wenn die Zipperlein in den alternden Belegschaften immer mehr zunehmen. Auch für Teams und Mitarbeiter ist es eine spannende Erfahrung, ihre Tätigkeiten einmal eingeschränkt durch den Alterssimulatinsanzug auszuüben. Wenn in der Gastronomie dann Teller balanciert werden oder im Hotel Betten zu machen sind, spürt man schnell, dass dies in fortgeschrittenem Alter kein Zuckerschlecken ist.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen und Entscheider, die dieses Erlebnis am eigenen Leib erproben konnten, eine echte, intrinsische Motivation entwickelt haben, die Arbeit gesundheitsgerechter zu gestalten. Daraus entstanden beispielsweise neue Ideen für alternsgerechte Produktionsstraßen und rückengerechteres Verhalten beim Einzelnen. Auch für Produktentwicklerteams bietet die künstliche Alterung im Alterssimulationsanzug interessante Erkenntnisse. Damit wird erlebbar, ob auch ältere Kunden und Anwender mit Produkten und Dienstleistungen zurecht kommen.

Im Video sehen Sie, welche Komponenten der Alterssimulationsanzug enthält, wie man einen Erfahungsparcour damit gestalen kann und welchen Nutzen sein Einsatz bietet.

rk

Generationen und Politik – PowerPoint-Karaoke

Maximilian Stepfer und die Junge Union Altötting haben mich eingeladen zu ihrer Veranstaltung „Generationen und Politik“. MdB Stephan Mayer und ich durften uns vor der eigentlichen Diskussionsrunde einem PowerPoint-Karaoke stellen. Man weiß dabei nicht, welche Folien einen erwarten und steht vor der Herausforderung, spontan und dennoch clever zu präsentieren.

Wie sind die Unterschiede zwischen Jung und Alt? Wie steht jemand aus der Generation X oder der Babyboomer zu WhatsApp? Was hat ein Muffin mit den Generationen Y und Z zu tun? Da Stephan Mayer größer ist als ich, hat mein Kamerabild ihn nicht komplett eingefangen. Daher gibt es hier nur die Highlights aus meinem Beitrag.

Ich selbst bin parteilos, halte es aber für sehr wichtig, dass sich alle großen Parteien mit dem demographischen Wandel und einem gelingenden Dialog der Generationen auseinandersetzen.

rk

Demographie-Netzwerk ddn: Wandel als Chefsache

Wer sich mit dem Thema Demographie gründlicher beschäftigt, stolpert in den Suchergebnissen über kurz oder lang über das Demographie-Netzwerk ddn. Was das genau ist, wollten wir von Martina Schmeink wissen. Sie ist Geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim Demographie Netzwerk ddn e.V. Der Sitz des Vereins ist in Dortmund.

„Begonnen hat es bereits 2006 mit einer Initiative des Bundesministeriums für Arbeit, damals noch unter dem Namen „Neue Qualität der Arbeit“, berichtet Schmeink.  Mit etwa 40 Unternehmen und Organisationen habe man damals das Projekt gestartet.  Zu der Zeit sei auch entschieden worden, es nicht als Förderprojekt zu starten, sondern von vornherein als Austausch-Plattform.

„Gegründet wurde ddn im März 2006 auf Initiative des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Die Mitglieder setzen sich aus Unternehmen aller Größenordnungen, aber auch Verbänden, Beratungsunternehmen, Wissenschaftseinrichtungen oder Kommunen zusammen.

ddn ist angetreten, um den demographischen Wandel zur Chefsache zu machen. In zehn Goldenen Regeln verpflichten sich die ddn-Unternehmen unter anderem für eine nicht diskriminierende, altersneutrale Personalpolitik, für eine ausgewogene Altersstruktur der Belegschaft, eine ganzheitliche Gesundheitsförderung und den Wissenstransfer zwischen den Generationen.“, heißt es auf der Internetseite des Netzwerks.

Seitdem ist viel passiert. „Heute haben wir fast 400 Mitglieder“, weiß Martina Schmeink zu berichten. In mittlerweile 13 Arbeitskreisen finde ein reger Austausch statt. Die Arbeitsstruktur der einzelnen Kreise sei aber wiederum auch sehr unterschiedlich, was wiederum an den unterschiedlichen Themenfeldern liege. Themen sind unter anderen „Gesundheit“, „Arbeitsorganisation“, „Führung“, „Innovation und Mensch“ oder auch „Sozialwirtschaft“ und weitere mehr.

Neben Unternehmen unterschiedlicher Größenordnung sind auch Organisationen und Kommunen in diesem Netzwerk-Verbund engagiert. „Verbindendes Element ist in den meisten Fällen die Position als Arbeitgeber“, so Schmeink.  Die Ergebnisse der Arbeitskreise seien sehr unterschiedlich. Während einige lediglich ihre Protokolle untereinander verteilen, gebe es mittlerweile auch schon fünf Fachbücher, etwa mit wissenschaftlichem Hintergrund. „Wir sind gerade daran, die Ergebnisse unserer Arbeit etwas sichtbarer etwa auf unserer Internetseite zu präsentieren“, erläutert Martina Schmeink.

Martina Schmeink, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Netzwerks Demographie ddn.

„Die meisten Teilnehmer profitieren am meisten vom gegenseitigen Austausch“, weiß Schmeink mittlerweile aus einigen Jahren Erfahrung. Viele seien nach den Arbeitskreis-Sitzungen und den konstruktiven Diskussionen sehr begeistert und inspiriert, und würden daher auch weitere Kollegen oder andere Teilnehmer zur Zusammenarbeit in dieses Netzwerk einladen. „Die Mund-zu-Mund-Propaganda ist in diesem Fall nicht zu unterschätzen“, ergänzt sie.

Die Frage nach der weiteren Entwicklung des Netzwerks kann Martina Schmeink verständlicherweise nicht konkret beantworten. „Es hängt sehr viel von den Fragestellungen der Unternehmer oder Organisationen in den nächsten Jahren ab“, sagt sie. Deutlich werde jedoch immer mehr, dass das Thema und entsprechende Maßnahmen in vielen Unternehmen und Organisationen immer dringender werde.