Alte Hasen und neue Tools – Ältere Mitarbeiter für Digitalisierung begeistern

Unter dem Titel „Alte Hasen und neue Tools – Ältere Mitarbeiter für Digitalisierung begeistern“ fand meine Session auf dem Barcamp für Digitalisierung der Stadt München, #MucGov19, statt.

Ältere Mitarbeiter für Digitalisierung begeistern; Rosemarie Konirsch

Ältere und Digitalisierung –
Wie sich zeigte, muss das Thema nicht zwangsläufig polarisieren.

Beim Barcamp für Digitalisierung in Augsburg löste das Thema eine hitzige Diskussion aus. Gesittet und ruhig ging es dagegen in München zu. Wir diskutierten in munterer Runde die Unterschiede der Generationen zu den Herausforderungen der Digitalisierung. Die Älteren sind dabei nicht unbedingt die schwächeren Mitarbeiter. In ihrer Gruppe gibt es große Unterschiede, wie schnell und gerne sie sich mit neuer Digitaltechnologie anfreunden. Gerade Ältere, die schon lange die gleichen Aufgaben erledigen, erleben solche Veränderungen zuweilen als willkommene Abwechslung.

Generell ist es für Menschen keine Selbstverständlichkeit, leicht mit Veränderungen klar zu kommen. Doch je älter wir werden, desto mehr Gewohnheiten haben sich in unserem Verhalten eingeschliffen. Daher hilft es, wenn die Gestalter von Veränderungs- und Digitalisierungsprozessen ein paar Dinge beachten, die es den Menschen leichter machen, alte Gewohnheiten abzulegen und neue an den Tag zu legen.

Lernpatenschaften, Lerntandems und Netzwerke sind Möglichkeiten, sich mit neuen Tools vertraut zu machen. Es braucht nicht immer den „allwissenden“ Lehrer. Auch fittere Kollegen können in die Rolle schlüpfen und andere in ihrem Umfeld unterstützen. Wichtig ist: Sie sollten darauf achten, ihr Tempo und die Vermittlungsmethoden so anzupassen, dass die Kollegen tatsächlich profitieren.

Alte Hasen und neue Tools; Wie es gelingt, ältere Mitarbeiter für Digitalisierung zu begeistern, Babyboomer,

Digitalisierung braucht Vertrauen

Nur in vertrauensvoller Atmosphäre geben Menschen zu, wenn sie mit neuen Arbeitsweisen nicht klar kommen. Doch nur durch das Eingestehen dieser Schwächen wird es möglich, passende Hilfe zu geben. Führungskräfte und Wissensvermittler sollten darauf achten, dass es Raum dafür gibt, offen über Unsicherheiten zu sprechen. Auf dieser Basis kann es zur Normalität werden, dass Fragen gestellt werden. Herausfordernd ist es dabei, die stilleren Typen hervorzulocken, so dass auch diese sich mit ihren Fragen und Ängsten Gehör verschaffen. Nach meiner Erfahrung ist es hilfreich für diese Kollegen Methoden anzubieten, die ihnen Raum lassen, in Ruhe ihre Gedanken zu formulieren. Brainstormings in großer Runde sind dann kontraproduktiv. Man sollte eher zu „leisen“, schriftlichen Methoden greifen, die maximal in Kleingruppen stattfinden.

Veränderung den Menschen nahe zu bringen muss Teil der Arbeit sein

In der idealen Welt sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, den Menschen den Sinn und Nutzen von Veränderungen nahe zu bringen. Führungskräfte brauchen Freiräume, damit ihnen das gelingen kann. Nicht umsonst ist die rege und stetige Kommunikation in Teams, die mit agilen Methoden arbeiten, das A und O der Zusammenarbeit. Agiles Arbeiten ist geprägt von stetigem Wandel, eingebettet in klare Regeln. Stetiger Wandel erfordert stetige Kommunikation. Change braucht Austausch und Klarheit. Und das gelingt nur, wenn man darüber spricht. Wenn Entscheider informieren und Mitarbeiter die Chance haben, so oft und so lange nachzufragen, bis sie wirklich verstehen.

Weitere Hinweise, wie es gelingt, ältere Mitarbeiter für Digitalisierung zu begeistern; Babyboomer

Digitalisierung und Fahrradfahren lernen

Wie ist es Ihnen gelungen, sicher mit dem Rad zu fahren? Sie haben geübt, geübt und geübt. Niemand hat erwartet, dass Sie diesen Balanceakt auf anhieb beherrschen. Ihre Digital Natives sind durch ihre digitale Übung wahrscheinlich etwas schneller mit neuen Tools vertraut. Geben Sie ihren alten Hasen Zeit und Gelegenheit zum Üben, Üben und Üben.

Und wenn dabei Quick Wins, also schnelle Erfolge möglich sind, ist das wunderbar.

Für dieses Üben ist es erforderlich, Schulungsmaßnahmen „mundgerecht“ anzupassen. Maßnahmen per Gießkanne sind gefährlich. Die Erfahrenen langweilen sich. Die Unerfahrenen sind überfordert. Bieten Sie nach Möglichkeit modulare Lernhäppchen für unterschiedliche Kenntnisstände und Lerngeschwindigkeiten an.

Wenn es gute Vorbilder im Unternehmen gibt, die sich selbst regelmäßig weiter entwickeln und den Mitarbeitern die Möglichkeit zu kontinuierlichem Lernen ermöglichen, sollte Digitalisierung und die Einführung von neuen Tools für alle Generationen optimal laufen.

rk